Dienstag, 18. Dezember 2007

3. Adventswochenende (dass es bei uns hier ja offiziell gar nicht gibt)

Während ihr in Deutschland euer 3. Adventswochenende hinter euch gebracht habt(ich hoffe ihr habt es natürlich sehr genisst...ja, geniest, da genossen ja die Vergangenheitsform von geniesen ist) ging es bei mir auch relativ weihnachtlich zu. Der Freitag Feierabend began mit unserem bonnenkai. Das ist die jährliche Abteilungsjahresendabschlussfeier, bei der, wie man wahrscheinlich schon vermuten kann, die gesamte Abteilung zusammen auf die Piste geht und man den Kollegen, besonders den Sekretaerinnen endlich mal zeigen kann was man doch für ein toller Hengst ist und was in einen so mehr oder weniger an Alkohol passt.
Unserer Chef hat sich für dieses Jahr ein typisches japanisches Fischrestaurant ausgesucht gehabt. Somit sind wir dann nach Feierabend alle mit dem Taxi zu besagter Lokalitet gefahren. Ganz typisch japanisch saßen wir dann auch natuerlich ohne Schuhe auf dem Boden. Bereits als der 1. Gang serviert wurde, war mir relativ schnell bewusst, dass die Japaner eh nichts von Tierschutz halten. Als Vorspeise gab es ganz typisch rohe Meerestiere mit Soja und Balsabi (scharfe Paste). Jedoch haben die Japaner wohl das Gefühl, dass wenn das Zeug schon tod auf den Tisch kommt, dann muss es wohl schon ranzig sein. Bei Fischen und Ähnlichem geht es ja noch, da man diesen den Kopf abhackt und dann auseinandernimmt. Bei Tintnenfischen und so ist das jedoch ein wenig anders. Dem Tintenfisch wurden lediglich die Tentakeln abgetrennt, die dann auch so recht frisch auf den Tisch kommen. Also frischer geht es wirklich nicht, es sei den man beisst in die lebendigen Viehcher was mich hier nicht unbedingt wundern würde. Also lecker war es trotz der grausamenn Zubereitung dennoch.
Als 2. Gang gab es dann weniger spektakulär Gemüse, Wurzeln, Fisch und Fleisch im Teigmantel. Mit dem 3. Gang sollte es aber dann noch schlimmer werden als mit dem 1. Gang. Es wurden kleine Gasöfen auf den Tisch gestellt und dann wurden grosse tiefe Schüsseln serviert. So, nun zum Inhalt. In den Schüsseln war ein wenig Brühe und in dieser war sehr viel rohes Gemüse und auf dem Gemüse, da es noch nicht eingekocht war und somit über die Brühe herausragte waren lauter lebendige Muscheln und bereits zubereitete andere Meerestiere. Sprich Krebse, Fische, Tintenfische, eine Art Kraken, Muscheln usw. Man denke dran, dass die Muscheln lebendig waren. Tja, wie ihr euch sicher vorstellen könnt wurden die Gasplatten dann natürlich erhitzt. So, und ab da fing dann der erbitterte Überlebenskampf (denn unser Essen hatte ja von Anfang an die schlechteren Karten) meines späteren Essens an. Das Schlimme war halt, das die Tiere nicht in eine kochende Brühe geschmissen wurden, sondern sie erst Kontakt mit der Brühe hatten als das Gemüse eingekocht war und die dann eben davor oder spätestens dann in dem kochenden Wasser verendet sind.
Also nicht unbedingt zu empfeheln für Leute mit schwachen Nerven, weil schön anzusehen ist das wirklich nicht.
Aber, da es ja Gerechtigkeit gibt (naja, wenn auch meist nur sehr selten bzw. eigentlich fast nie), sollte es nicht nur Verluste auf der Seite unseren Essens geben sonder auch wir (zumindest einer von uns) sollten an diesem Abend noch mehr oder weniger wörtlich dafür bluten.
Wie so oft in Japan hatten wir auch diesmal quäl-as-much-as-you-can und drink-einmal-mehr-als-dir-gut-tut und einer von uns nahm das dann auch ziemlich wörtlich. Es ist ja sehr wohl bekannt, dass Japanern ein Enzym zum Alkoholabbau fehlt und sie daher von Haus aus etwas vorsichtiger sein sollten. Desweiteren ist auch bekannt, dass sich Japaner auf Abteilungsfeiern regelmässig abschiessen. So sollte der Abend noch zeigen, dass man sich auch ganz ruter holen kann.
Mein netter Kollege direkt neben mir am Schreibtisch (ist in Wirklichkeit ein richtig schüchterner Japaner und fängt auch immer sofort an zu stottern wenn er mit mir English redet weil er so aufegregt ist, aber wirklich echt richtig nett) hat sich wohl ein wenig übernommen, so dass er auf dem Weg zum Klo so ziemlich keinen Flecken verschont ließ, den er nicht vollspukte. Man muss dazu sagen, dass ihm dieses Maleur nach 2 Gläsern Bier und einem Glas Sacke passiert ist. Auf jeden Fall war er so etwas von vollgetankt, dass er absolut die Kontrolle über sich verlor und dann im Klo zur Krönung auch noch umgefallen ist und dabei mit dem Gesicht auf das Pissoar geschlagen ist und dabei hat er sich, wie sich dann später im Krankenhaus rausgestellt hat, eine Platzwunde an der Lippe und 2 Vorderzähne ausgeschlagen. Somit endete hier fuer ihn der Abend mit dem Abtransport im Krankenwagen.
Wir anderen sind dann noch in eine Bar weitergezogen und haben versucht unserem sinkenden Alkoholspiegel entgegenzuwirken. Mit der letzten Bahn dann Richtung Dorm endete auch mein Abend dann so gegen 2 Uhr und 3 Telefongespächen später.
Der Samstag wurde dann erst einmal recht ruhig angegangen mit längerem Ausschalfen und danach gemeinsamen Einkaufen und Frühstücken.
So gegen 4 Uhr hiess es sich dann auch schon wieder für die Bosch Weihnachtsfeier fertig zu machen. Um 18.30 war dann offizieller Einlass. Ohne Hemd und Stoffhose war kein reinkommen. Die Weihnachtsfeier startete in einer noblen französischen Patisserie, was der Preis von über 40 Euro Eigenanteil für 3 Stunden Häppchen essen und Getränke schon erkennen ließ. Von der Atmosphäre war die Patisserie wirklich ein Augenschmaus. Wer jedoch dachte, er kann sich für den Preis den Bauch vollschlagen, musste relativ schnell erkennen, dass er wohl um einen Abstecher bei MC Donalds nicht rumkommen wird. Das Essen war wirklich exklusiv aber wenns nicht satt macht ist es auch nur die Hälfte wert. Getränketechnisch kam aber wohl jeder auf seine Kosten, da es von edlen Weinen über Longdrinks und mexikanischem Bier wohl so ziemlich alles gab. Tja was soll man da noch sagen, die Feier war halt so, so wie man sich eine schöne Weihnachtsfeier vorstellt. Man steht im Kreis, führt angeregt Gespräche mit Anderen, knabbert an seinen Häppchen und geniesst die Drinks.
So endete dann auch der Samstag Abend bzw. der Sonntag Morgen mit der letzten Bahn.
Der Sonntag startete dann wieder recht unspektakulär aber bei strahlendem Sonnenschein bei einem gemeinsammen Frühstück.
Gegen Mittag sind wir dann nach Shibuya gefahren weil der Christian und der Moritz noch ein paar Sachen einkaufen wollten. Dort angekommen sind wir gleich erst einmal zu Starbucks geflüchtet, da Shibuya aus allen Nähten geplatz ist. Denkt jetzt aber nicht, dass ich einer dieser total Verrückten bin, die bereit sind nur weil Starbucks grad unheimlich modern ist und jeder Idiot in diesen scheiß Laden renn, um die 4€ für eine stink normale Tasse Kaffee zu zahlen. Also ich studiere immer noch Controlling und bin auch noch nicht auf den Kopf gefallen. Hier in Japan kostet der Becher Latte in Starbucks ungefähr 1,80€ und ist damit nicht billig aber dennoch akzeptabel. Nachdem wir dann kurzerhand entschieden haben doch nicht einkaufen zu gehen haben wir uns das Worldcupspiel um Platz 3 in einer Lounge in Roppongi bei einem frisch gezapften Bier angesehen.
Als es dann so langsam dunkel wurde sind wir noch auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Es gibt in Roppongi doch tatsächlich einen deutschen Weihnachtsmarkt zwischen lautern beleuchteten Wolkenkratzern was einen unglaublichen Anblick beschert. Man bekommt dort auch wirklich lauter deutsche Spezialitäten wie Bratwürste mit Sauerkraut, Schupfnudeln, Kassler usw. Das Beste an einem deutschen Weihnachtsmarkt ist natürlich auch der original deutsche Glühwein und deutsches Bier. Sowohl das Essen, der Glühwein und das deutsche Flaschenbier schlagen mit umgerechnet knapp 3 Euro nicht wirklich stark zu Buche, wenn man bedenkt, das das alles original eingeflogene Weihnachtsständchen aus Deutschland sind, mit deutschen Verkäufern und eingeflogener deutscher Ware. Lediglich das frisch gezapfte Franzikaner schlägt mit 9€ pro halber Liter ein etwas größeres Loch in den Geldbeutel. Nichsdestotrotz ist man doch bereit diesen Betrag zu investieren um wenigstens noch einmal in den Genuß von echtem deutschen frisch gezapften Weizen zu kommen. Der Abend endete dann nach 4 Stunden Weihnachtsmarkt noch in einem Irish Pub beim Weltcupfinale zwischen AC Mailand und Bokka Juniors.
So, das war also mein 3. Adventswochenende. Wieder mal mit viel gefeiere. Ich denke aber wer so gut und viel arbeitet wie ich bzw. wir hier, der hat es mehr als verdient :-)

In diesem Sinne alles Gute und viele Grüße
Benny

Montag, 10. Dezember 2007

So, nun ist es wieder soweit und ihr könnt endlich wieder lesen was mir hier so Alles wiederfahren ist. Aber keine Angst, denn diesmal wir der Eintrag nicht ganz so lang...also ihr müsst euch diesmal nicht durch so ein riesiges Buchstabengewühl kämpfen.

Da das Essen hier ja nicht immer so abwechslungsreich ist bzw. es eigentlich gar keine Abwechslung bei uns hier im Restaurant zum "Golden Fukui" gibt (so nennen wir spaßeshalber unseren Speisesaal, der wie der ironisch gemeinte Name schon erahnen lässt, bestes Zeugnis dafür liefert, dass unser Housekeeper Namens Fukui nicht wirklich lecker kochen kann), sind wir am Freitag zu neunt nach Shibuya reingefahren um uns mal wieder bei all-you-can-eat-an-Pizza und bei schau-mal-wieviel-Bier-in-dich-passt, so richtig die Mägen vollzuhauen bis der Rantzen spannt.
Naja gut, bei fetttriefender Pizza und ständig nachgeliefertem Bier ließ dieser Zustand nicht lange auf sich warten. Ich muss gestehen, dass mir danach wirklich so schlecht geworden ist, dass als ich dann im Dorm angekommen bin, mir Alles noch einmal durch den Kopf habe gehen lassen (für die, die es nicht verstehen: Ich habe rückwärtsgegessen). Tut mir leid wenn es jetzt nicht gerade appetitlich ist aber zu diesem Zeitpunkt war das für mich auch nicht. Also müssen wir hier jetzt Alle durch :-)
So, damit war dann der Abend für mich vorzeitig beendet.
Am Samstag ging es dann zusammen mit Georg (der kleine Bayer) nach Odeiba, die Halbinsel von Tokio. Auf Odeiba gibt es die Golden Bridge und die Statue of Liberty. Wie man auf Bildern sehen kann, gibt es wahrscheinlich vom optischen her kaum einen Unterschied zu NewYork wenn man so die Skyline betrachtet. Nachdem wir in Odeiba dann, unabhängig voneinander, 3 weitere Leute von Bosch getroffen haben (man glaubt doch kaum wie klein Tokio ist, da man ungelogen ständig Leute trifft die man kennt) sind wir noch in das weltgrößte Autohaus von Toyota gegangen, dass eher einem Erlebnispark geähnelt hat. Weiter hat es uns dann nach Ebisu gezogen. Uns ist doch tatsächlich zu Ohren gekommen, dass es dort einen deutschen Weihnachtsmarkt geben soll. Nach ca. 2 Stunden erfolgloser Suche sind wir in den Ebisu Garden Park, in dem die Christmas Illumination 2007 stattfindet, was so viel heisst wie: Wie kann ich es durch Weihnachtsbeleutung schaffen meinen Stromverbrauch exorbitant zu steigern. Einen großen Schritt kommt man dem Ganzen schon näher indem man den größten Kronleuter der Welt aufhängt wie ihr auf den Bilder sehen könnt. Also ich muss ganz ehrlich sagen, nachdem ich sehe wie die Japaner wirklich nur so mit Plastik um sich schmeissen und Alles blinkt und Geräusche von sich gibt, muss man sich doch wirklich nicht wundern wie es die Japaner geschafft haben, anstatt ihren CO2-Ausstoß wie im Kyoto Protokoll gefordert zu senken, um 6% erhöht haben. Naja, schön anzusehen war es dennoch.
Leicht enttäuscht an keinem Glühwein schlürfen zu können haben wir uns einfach 2 Flaschen Wein gekauft und es uns in dem Park gemütlich gemacht. Mit seigendem Alkoholspiegel machte sich der Hunger dann auch immer mehr bemerkbar. Nach kurzer Suche haben wir im 38. und 39. Stock eines Hochhauses ein paar nette Restaurants gefunden. Die traumhafte Aussicht von dieser Höhe auf Tokio könnt ihr euch auf den Bilder näherbringen. Es ist bis zum Horizont ein einziges Lichtermeer. Generell ist es hier so, dass die oberen Stöcke der Wolkenkratzer für Bars, Cafes und Restaurants reserviert sind. Das Essen hat somit für beide gerade mal, natürlich mit einem Bier für jeden, 15 Euro zusammen gekostet. Also arm sind wir dann dadurch doch nicht ganz geworden. Der Abend wurde dann mit den darauffolgenden Bieren immer lustiger. Mit der letzten Bahn und ohne ein einziges Glas heissen Wein getrunken zu haben (dafür aber um so mehr Kalten aus der Flasche) ging es dann zurück ins Dorm.
Nach dem gemeinsamen Frühstück mit Allen am Sonntag hieß es dann für mich auf in Richtung Tokio Dome in dem die X-Trail Jam stattfinden sollte (Weltcup der Snowboarder). Dort angekommen musste ich dann feststellen, dass ich mir dann doch zu viele Hoffnungen gemacht habe noch eine Karte zu bekommen. Glücklicherweise gibt es um den Tokio Dome einen großen Vergnügungspark mit Pferderennbahn, Baseballmuseum, Freizeitpark, Einkaufszentren usw. ,so dass ich keine Probleme damit hatte mir die Zeit um die Ohren zu schlagen. Natürlich konnte ich mir es auch nicht entgehen lassen die Pferderennbahn zu besuchen, da es ja immer heisst, dass die Japaner nicht mit Glückspiel umgehen können (extrem viele Japaner sind spielsüchtig, deshalb ist Glücksspiel um Geld in Japan auch verboten und man spielt nur um Murmeln, mit denen man aber in jedem Laden zahlen kann weil sie als reale Nebenwährung zum JPY gesehen werden). Also dieses Vorurteil trifft voll und ganz zu. Ich habe noch nie so viele kaputte Japaner auf einem Haufen gesehen, die wirklich ihr letzten Hemd verspielen. Mal davon abgeshen, dass fast überall heulende Menschen rumgelaufen sind, war es mal interessant zu sehen wie die Japaner Gefühle zeigen, nachdem es ja in der Öffentlichkeit ja eigentlich verpöhnt ist.
Am Abend haben wir zum krönenden Abschluß des Wochenendes noch eine DVD im Gemeinschaftsraum geschaut und sind dann Alle tod ins Bett gefallen.
So, dass war mein mehr oder weniger interessantes Wochenende. Bevor ihr euch aber jetzt beschwert, dass die Geschichten langweilig sind, solltet ihr euch fragen ob ihr mehr interessantes von eurem Wochenende erzählen könntet ;-)
In diesem Sinne viele liebe Grüße von hier und eine erfolgreiche Woche!

Dienstag, 4. Dezember 2007

So nun will ich euch an der Stelle hier erzählen wie wir am Wochenende den Start in den Dezember und den 1. Advent verbracht bzw. erlebt haben.
Unserer Tour nach Nikko, die wir schon einige Male geplant hatten, aber nie angehen konnten, weil immer irgend etwas dazwischen kam, sollte dieses Wochenende nichts mehr im Wege stehen. Deshalb hatten wir die Unterkunft auch schon am Anfang der Woche gebucht um nicht wieder wegen lauter ausgebuchten Unterkünften die ganze Sache nach hinter verschieben zu müssen.
Am Freitag habe ich es mal gewagt ein weniger früher heim zu gehen (kleine Anmerkung: ich habe letzten Monat 9 Überstunden erarbeitet, was hier zwar Nichts ist, aber wir Interns sie jedoch nicht ausbezahlt bekommen im Gegensatz zu den Anderen Mitarbeitern) um mit noch 2 Anderen nach Shibuya zu fahren und ein wenig shoppen zu gehen. In Shibuya angekommen erwartete uns zum „normalen“ japanischen Großstadtlichtermeer eine wahre Flut an Weihnachtsschmuck. Ich glaube, dass wird das erste Jahr werden, in dem ich schon vor Weihnachten die Nase von Weihnachten voll habe. In den Städten gibt es keinen einzigen Quadratzentimeter mehr, der nicht voll mit Weihnachtsschmuck ist und der nicht leuchtet oder blickt. Man bekommt wirklich sobald man hier auf die Strasse geht von allen Seiten Weihnachtsliederdauerbeschallung. Also von den Japanern, was Weihnachtsschmuck und Weihnachtsbeleuchtung angeht, können die Amerikaner wirklich noch einiges lernen und das soll was heißen. Wenn es ein Volk wirklich übertreibt mit all dem, dann sind es die Japaner. Mal abgesehen dreht sich hier eh Alles ausschließlich um den Konsum und somit wird auch Weihnachten hier bis zum Letzten ausgeschlachtet obwohl die Japaner ja Buddhisten und Hinduisten sind und ja eigentlich kein Weihnachten feiern.
Somit sind wir 3 dann mit absoluter Reizüberflutung nach dem Einkaufen ins Dorm zurück und dann auch recht früh (kommt darauf an wie man 1 Uhr Nachts beziffert) schlafen gegangen, da unser Samstag bereits um 4.30 Uhr wieder starten sollte. Somit also kaum Augen zu gehabt, da hat mich der Wecker auch schon wieder aus meinen Träumen gerissen.
Nach letztendlich 4 Stunden Bahnfahrt sind wir dann in Nikko angekommen. Nikko ist eine alte Buddhistische Tempelstadt auf 1440 Metern Höhe mitten im Wald zwischen Gebirgsseen und Wasserfällen. Zudem ist Nikko zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Was uns jedoch erstmal außerhalb des Bahnhofes erwartete war Alles andere als das. Alles war runtergekommen, dreckig, kaputt und überall wurde gebaut (also so wie Japan in Wirklichkeit überall aussieht aber dazu später mehr).
Sollte das hier wirklich Nikko sein, von dem jeder schwärmt und auf das wir uns schon lange gefreut hatten oder haben wir uns vielleicht einfach nur schlichtweg verfahren weil wir in den falschen Zug gestiegen sind?
Wie sich dann schnell rausstellte hatten wir uns nicht verfahren, jedoch war das der „neuere“ Teil von Nikko, der mit dem etwas höher in den Bergen gelegenen alten Nikko Nichts zu tun hat.
Als erstes haben wir uns auf dem Weg zu unserer Unterkunft gemacht. Was wir bei der Buchung im Internet noch nicht wussten war, dass wir uns für gerade mal 19 Euro ein Zimmer in einem Art Waldschlösschen gebucht hatten. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt war es auch so eingerichtet. Mit richtig großen, tiefen und urigen Sofas, mit holzbeheiztem Kamin. Mit einer Art „Rittertischen“ und und und…. Also einfach nur so etwas von urig und ungemein gemütlich. Der Samstag war dann für die Tempelanlagen in reserviert. Die Tempel waren wirklich unheimlich prachtvoll und fast schon zu bunt und golden was alldem schon eine kitschige Note verpasste. Natürlich ist es jedes Mal sehr schön die prachtvollen Tempel zu besichtigen und es gleicht auch kein Tempel dem Anderen aber irgendwie hat man so langsam das Gefühl, dass man so etwas eben doch schon mal gesehen hat. Nach Einbruch der Dunkelheit sind wir dann wieder in unsere Unterkunft gegangen, die extrem gering frequentiert war das Wochenende (insgesamt nur 4 weitere Gäste).
Vor dem Abendessen hat uns der Inhaber (er Japaner mit dem Namen Ken und seine Frau Amerikanerin) noch kurz in die Stadt gefahren, damit wir uns noch etwas Suesses und natürlich noch etwas zu trinken für den Abend besorgen konnten. Zur Abwechslung habe ich mir mal mit dem Georg zusammen 3 Flaschen Wein gekauft und da wir ja arme Praktikanten sind haben wir uns den billigsten Fussel geholt den es dort zu kaufen gab (1,50 Euro die Flasche), damit es am nächsten Tag auch ja eine dicken Schädel gibt. Denn wir wollten ja auch am nächsten Tag noch was von unseren 1.50 Euro haben.
Abendessen gab es dann in der Unterkunft. Alle, bis auf mich, hatten Spagetti. Ich hatte mich dann doch eher für Curryreis entschieden. Der Abend endete dann gemütlich mit ein „wenig“ Alkohol in dem Gemeinschaftswohnzimmer auf den riesen Sofas und vor dem Kamin bei nicht immer tiefsinnigen Gesprächen.
Am Sonntag wurden wir dann um halb neuen aus den Federn geworfen, da es nur bis 9 Uhr Fruehstuecksbuffet gab. Nachdem wir dann unsere Sachen gepackt hatten sind wir mit dem Bus auf einen der höchsten Berge in der Umgebung gefahren (2400 Meter) und ich habe doch tatsächlich den ersten Schnee gesehen (habe mich dann auch gleich wie ein kleines Kind reingeworfen) und gemerkt wie sehr er mir hier fehlt. Tja, da ich dieses Jahr wahrscheinlich weniger zum Wintersport komme, muss ich dann vielleicht doch meinen nächsten Sommerurlaub auf einem Gletscher in der Schweiz machen oder sonst irgendwo im Norden wo das ganze Jahr Schnee liegt.
Auf jeden Fall ist das Dorf auf dem Berg bekannt für seine Schwefelquellen, was unseren Nasen während dem Aufenthalt dort auch keine Minute entgangen ist.
Natürlich mussten wir dann auch einen Schwefelonsen ausprobieren, der direkt aus einer heißen Quelle gespeist wurde. Also das Wahre war es nicht gerade, da in der trüben Brühe lauter weise Schwefelfäden geschwommen sind und die natürlich überall am Körper kleben blieben. Selbst nach langem Duschen hat man diesen Schwefelgeruch nicht mehr aus der Nase bekommen. Selbst jetzt, wo ich gerade am Blog schreiben bin (man bedenke es ist Dienstag und ich habe mich seit dem 3 mal geduscht und damit meine ich nicht nur kurz in die Luft gespuckt und darunter gestellt) habe ich ab und zu noch diesen Schwefelgeruch in der Nase (ich hoffe das riechen die Kollegen nicht). Worüber ich mir im Vorfeld natürlich keine Gedanken gemacht hatte war die chemische Reaktion von Schmuck und Schwefel. Tja das Ende vom Lied war jedenfalls, das ich seit dem Schwefelbad einen leicht dunkleren Ohrring trage (zuvor richtig schön goldgelb) und eine Ring, an dem die goldenen Stellen jetzt schwarzblau sind. Naja, sieht zwar alles recht interessant jetzt aus aber irgendwie hat mir das Zeug zuvor doch eine Nuance besser gefallen.
Nach dem Onsen begann dann unsere Wanderung durch die Hochebene vorbei an Wasserfällen, endlos schönen und vor allem richtig klaren Gebirgsseen. Ich habe zuvor noch nie so klares Wasser gesehen, bei dem man wirklich die ganzen Fische im See (vorausgesetzt natürlich sie waren nah am Ufer) sehen konnte. Wie traumhaft die Landschaft war könnt ihr ja an den Bildern sehen. Mittag gegessen wurde dann direkt an einem kleinen Restaurant direkt an einem Wasserfall. Zu Essen gab es natürlich Udon (Nudelsuppe mit diesen dicken Nudeln). Was Essen angeht, sind die Japaner ja nicht gerade sehr variationsreiche Köche. Weiter ging es dann durch eine Sumpflandschaft im Gebirge in der noch Hochlandaffen frei leben. Kurz hatten wir auch das Glück einen zu Gesicht zu bekommen aber ansonsten war wir wahrscheinlich die meiste Zeit die Affen in dem Gebiet. Da es sich ja um eine Moorlandschaft handelte war die einzige Möglichkeit voran zu kommen, auf schmalen Stelzenwegen zu laufen. Beschreiben kann ich die Landschaft gar nicht so ausführlich, da ich sonst nur mit Superlativen um mich schmeißen würde und ihr euch auch irgendwann denken würdet: naja, jetzt komm mal wieder runter so toll war es ja bestimmt auch nicht immer. Aber seht euch einfach die Landschaftsbilder an. Man muss aber auch dazusagen, das Japan in Wirklichkeit ein wahnsinnig (man beachte hier, nur „fast“ Superlativ) hässliches Land ist. Also außerhalb von diesen Plätzen ist Japan wirklich runtergekommen. 90% der Häuser hier sind Plattenbauten und wie gesagt, außerhalb von diesen Plätzen, die immer im Fernsehen gezeigt werden bzw. die keine Sightseeingattraktionen sind, kommt man sich hier wirklich wie im hintersten Russland vor. Also wirklich alle Interns waren richtig enttäuscht wie Japan eigentlich wirklich so aussieht. Ihr müsst euch ja nur mal das Bild von unserem Dorm ansehen. Es ist eben alles grau, alt und runtergekommen und so viele Gebäude stehen leer und verrotten. Es gibt offene Kanalisation und alle Stromkabel sind hier oberirdisch verlegt. Ich werde demnächst mal ein paar Bilder online stellen wie Japan hier eigentlich wirklich so aussieht, also wie ich Japan tagtäglich sehe. Tut hier jetzt aber nichts zur Sache, also wieder zurück zum Ursprünglichen. Unsere Wanderung ging dann auch bis zum Einbruch der Dunkelheit. Nachdem die Sonne weg war wurde es innerhalb von ein paar Minuten extrem Kalt aber Gott sei Dank hatte ich ja meine Jack Wolfskin Jacke dabei, die mich vor schlimmeren bewahrte. Um 7 Uhr abends haben wir dann den letzten Zug wieder in Richtung Dorm genommen und sind dann wirklich totmuede gegen halb eins in Bett gefallen.
Ich hoffe die Geschichte hat euch gefallen und ihr schaltet demnächst mal wieder ein wenn es heisst: „Was der kleine Kerl doch so alles erlebt bei unseren Reis essenden Japanischen Freunden“ ;-)

Sonntag, 25. November 2007

Langes Wochenende

Es ist schon verrückt wie schnell doch die Zeit an einem vorbeiziehen kann, vor Allem wenn es sich um ein langes Wochenende handelt. Würde die Zeit im Geschäft auch so schnell an einem vorbeifliegen, dann hätte ja man ja gar nichts mehr vom Leben.

Auf jeden Fall hatten wir hier in Japan am Freitag Thanksgiving Day und die Hälfte der Japaner hat mitgefeiert. Die Andere Hälfte war im Dienstleistungssektor tätig und musste arbeiten, so dass wir (die glückliche nicht schaffende Bevölkerung) alle Annehmlichkeiten wie auch unter der Woche hatten!

Der eigentliche Plan für das Wochenende lautete eigentlich Hiroshima. Jedoch mussten wir davon relativ schnell abrücken, da die Japaner jeden freien Tag nutzen um zu reisen und so war Hiroshima restlos ausgebucht, sowohl was Schlafmöglichkeiten als auch Transportmöglichkeiten betroffen hat. Unser Ausweichplan, der uns eigentlich nach Nikko führen sollte musste auch relativ schnell umgeworfen werden, da wir hier mit der gleichen Situation wie mit Hiroshima konfrontiert waren. Nachdem wir bis Donnerstagabend dann so ziemlich bei jedem Reisziel gescheitert sind was Schlafmöglichkeit und Transport anbelangt, sahen wir uns schon das lange Wochenende im Dorm rumvegetieren. Auf die letzte Minute haben wir dann noch einen Mietwagen organisieren können, was uns zu überschwänglicher Freude bewegte. Hätten wir jedoch zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, dass wir, als 5 ausgewachsene Europäer, soeben einen Nissan March (kaum größer als ein VW Lupo) gemietet hatten, hätte sich unsere anfängliche Euphorie sicherlich ein wenig mehr in Grenzen gehalten.

Also, unwissend was uns erwarten würde, sind wir dann am Freitag morgen um 7 Uhr nach Shinjuku gefahren um unser großartiges Raumwunder in Empfang zu nehmen. Naja, zu allem Übel war das Auto dann sogar noch in Kotzgrün. Somit waren uns dann die Blicke auf der Straße sicher. 5 Europäer in einem winziges kotzgrünen Wagen, eine wahre Attraktion für manch einen Japaner. So etwas hätte uns jedoch nicht aufhalten können. Also Ziel ins Navi eingegeben und los. Das das Navi für eine Stecke von 134 km 5 Stunden Fahrzeit eingeplant hat, hielten wir anfangs schlicht für einen Fehler im System. Somit als Start um ca. 8 Uhr an der Autovermietung. Wer hätte es gedacht, Ankunft in Kawaguchiko um 13 Uhr. Tja, wer hatte jetzt den Fehler im System? Eins war klar, das Navi hatte es nicht, eher wir mit der Einschätzung von Verkehrsfluss auf japanischen Straßen. In Kawaguchiko haben wir dann erstmal versucht eine Unterkunft zu bekommen was natürlich nicht hingehauen hat. Den restlichen Tag haben wir dann damit verbracht uns ein paar Seen anzusehen und ein wenig rum zu laufen. Es ist einfach herrlich wenn man Seen hat, die von lauter Gebirge umgeben sind und die Bäume auf den Bergen in allen Farben leuchten. Dazu war das Wetter wieder mal absolut herrlich bei schönstem Sonnenschein. Kalt war es dennoch.

Am Abend waren wir dann noch in einem Onsen, der uns sehr empfohlen (kann man eigentlich was sehr empfehlen?...naja egal) wurde. Es wurde uns hier auch nicht zu viel versprochen. Der Onsen hatte eine atemberaubende Aussenanlage, die wie eine Gebirgslandschaft gestaltet war und man sich wie in einer Art Wildwasserlauf vorkam. Um das ganze noch auf die Spitze zu treiben, dass man wirklich nicht mehr wusste ob man jetzt in der Natur ist oder nicht, waren die Steinbecken nur durch eine ca. 1 cm hohe Steinmauer von einem Fischbecken getrennt in denen richtige Fische waren. So hatte man das Gefühl, dass Alles ein einziges Becken ist. Da ich das zuerst nicht wusste, dachte ich, ach das ist nur eine kleine Abtrennung zwischen 2 Becken und war schon zur Hälfte in dem anderen Becken (es war eisig kalt, so dass ich dachte es ist ein Becken zum Abkühlen), als ich plötzlich lauter Koifische zwischen den Füssen hatte. Ich weiss jetzt auch nicht wer sich mehr erschrocken hat.
Den Tag haben wir dann wieder in einem, für die Gegend typischen Ramenladen ausklingen lassen und haben uns dann gegen 9 Uhr auf den Heimweg gemacht. Um 1 Uhr haben wir dann endlich wieder das Dorm erreicht (man erinnere sich, dass es ja nur 134 km waren). Also dann gleich ins Bett gehuscht weil es schon 6 Stunden später weiter gehen sollte.
Am Samstag hatten wir dann geplant die Gegend um Hakone unsicher zu machen. Hakone bietet unheimlich viel unberührte Natur im Gebirge. Naja, leider kann ich hier eigentlich auch schon fast aufhören zu erzählen weil wir Hakone nie erreicht haben. Hakone befindet sich laut Navi 53 km von unserem Dorm entfernt. Als wir dann um 14 Uhr immer noch im Auto saßen und unser Ziel immer noch nicht erreicht hatten war dann auch dem Letzten von uns klar, dass der Tag wohl vollends im Auto enden würde. Ein kleiner Trost war dann wenigstens noch, dass wir auf dem Weg an einer Japanischen Burg vorbeigekommen sind, die wir uns dann angesehen haben. Es war mal ganz interessant zu sehen was die Japaner unter Burgen verstehen, die eigentlich so gar nicht mit den europäischen Burgen vergleichbar sind.
Viel Zeit lassen konnten wir uns dann auch nicht, da wir den Mietwagen am Abend wieder abgeben mussten und für die Rückfahrt von 53 km dann 4,5 Stunden eingeplant haben was sich auch als sehr weise rausgestellt hat. Nach dem Wochenende hatte ich mir geschworen nie wieder über die A8 zu schimpfen, die dagegen wirklich ein wahrer Segen ist. Somit war das Thema Autofahren auf Japans Straßen auch ein für alle mal erledigt.
Sonntag wurde dann erstmal richtig ausgeschlafen und bei herrlichem Sonnenschein sind wir dann mit kurzer Hose und T-Shirt unser Frühstück einkaufen gegangen (man bedenke, dass wir schon fast Dezember haben). Nach dem Frühstück hat sich die Gruppe dann aufgeteilt. Die eine Hälfte ist im Dorm geblieben und hat sich auf dem Dach gesonnt und die andere Gruppe, zu der ich gehört habe, sind nach Ikebukoro gefahren wo sich das Sunshine City befindet. Das soll angeblich das größte Einkaufszentrum der Welt sein. Den Namen City hat es auch wirklich nicht zu Unrecht. Auf rund 4 Etagen, wobei jede Etage ungefähr so groß ist wie das gesamte Breuningerland in Sindelfingen, bekommt man wirklich Alles was das Herz begehrt. Was für so manche Frau ein Paradies ist, ist hier wahrscheinlich für jeden Mann so ziemlich die Hölle auf Erden. Nach dem Einkaufen bin ich dann noch schnell ins Reisebüro geflitzt um mir Informationsmaterial für meinen Winterurlaub in Nagano zu holen. Leider konnte in dem Reisebüro keiner Englisch, so dass ich meinem Ziel nicht wirklich näher gekommen bin. Heute habe ich dann in der Mittagspause meinen japanischen Freund konsultiert mir bei der Planung aus den Katalogen zu helfen. Nach ungelogen einer halben Stunde hat der Golf dann die Kataloge in die Ecke gepfeffert weil selbst er, als Japaner, in diesem Gewirr von Preisen und komischen Angaben mir nicht weiter helfen konnte. Ist jetzt mein Urlaub in Gefahr?……wer weiß! Ich weiß nur eins,... manchmal spinnen die Japaner und blicken selbst nicht mehr durch.


In diesem Sinne, viele liebe Grüße
Benny

P.S. Die Bilder von dem Post zuvor, die ihr hier drunter seht sind wirklich von uns gemacht worden und keine Fotographien aud dem Internet oder so!!!!!!!

Montag, 19. November 2007

Wochende vom 17.11-18.11 am Fuji-san



So, leider kommt der Eintrag etwas später als sonst, aber da wir gestern erst so spät nach „Hause“ (es gibt eigentlich nur ein wahres Zuhause) gekommen bin, was mit den Erlebnissen des Wochenendes zu tun hatte, hat es mir nicht mehr gereicht.
Am Freitag nach der Arbeit bin ich mit 4 weiteren Praktikanten und 4 Kollegen Tempura essen gegangen. Das ist so eine Art japanisches Fondue bei dem man die Sachen davor in Teig und dann in einer Panade wälzt und danach ebenfalls in einer fettigen Suppe kocht. Und was man hier in den Topf hängt, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Da man das Zeug davor paniert, hat man nach dem Essen mehrere Liter Fett im Magen, die sich dann nach einiger Zeit als weißer Belag an der Magenwand festsetzen und das hat sich dann auch bis Sonntag bemerkbar gemacht. Man zahlt für 1,5 Stunden und darf in dieser Zeit so viel essen und trinken wie man will. Zudem gab es noch ein Salatbuffet und ein Kuchenbuffet.
Als wir dann Alle so richtig voll waren sind wir noch in eine Spielhalle gezogen und haben einen Teil von unseren hart verdienten Geld auf den Kopf gehauen. Mit der letzten Bahn ging es dann Richtung Dorm, da wir am Samstag geplant hatten an den Fuji und seine 5 Seen (der höchste- und den Japanern heiligster Berg) zu fahren.
Bis wir dann alle im Bett waren war es aber auch schon wieder 3 Uhr morgens und Abfahrt war um 8 Uhr ausgemacht. Also nach einer ziemlich kurzen Nacht ging es dann mehr oder minder munter los. Nach einer guten Stunde Bahnfahrt kamen wir dann in Shinjuku an, von wo es nochmals 2 Stunden mit einem Highwaybus bis zum Fuji geht. Nach dem Kauf der Tickets kam dann die erste Überraschung, da wir die Karten in der Annahme gekauft hatten, dass der Bus um 10 Uhr losfährt, was sich dann jedoch als Irrglaube rausstellte und wir wohl erst um 14 Uhr aus Shinjuku loskommen sollten. So haben wir uns dann die Zeit noch bei MC Donalds vertrieben wo wir uns erstmal noch schlafen gelegt haben. In Japan darf im MC Donalds ganz offiziell genächtigt werden. Generell sieht man überall schlafende Japaner in Cafes und Restaurants, was hier aber auch gar nicht verpönt ist. Uns wurde auch bereits am Anfang gesagt, dass wenn wir irgendwo sind und keinen Schlafplatz finden sollen wir einfach in einem Cafe oder Ähnlichem schlafen. Danach sind wir dann noch durch die Gegend gelaufen und zum Schluss haben wir uns dann auch verlaufen und waren kurz davor unseren Bus zu verpassen. Wir kamen 1 Minute vor Abfahrt an.
Generell war der Tag auch etwas falsch geplant, da wir frühsten um 16 Uhr dort ankommen würden und eine halbe Stunde später ja bereits die Sonne untergeht und wir somit Nichts von dem Ausflug gehabt hätten. So haben wir uns dann ziemlich kurzfristig dazu entschieden einfach eine Nacht dort zu bleiben und im Notfall im MC Donalds zu schlafen. Dort angekommen haben wir erstmal an der Touristeninfo nach einem günstigen Hostel gefragt und haben dann sogar ein richtig Traumhaftes bekommen. Das Haus ist erst vor 3 Jahren gebaut worden und war damit absolut neu eingerichtet. Ihr seht es ja auf den Bildern und wir haben 18 Euro pro Person und Nacht gezahlt. An dem Tag haben wir dann noch bis es richtig finster war eine Radtour (wir haben Giant-Räder mit RockShox-Federgabeln vom Hostel bekommen; absolut geniale Teile) um den größten der Seen gemacht. Die Region um den Fuji ist für einen besonderen Rahmen (die dicke Nudelsuppe, nicht der Fahrradrahmen jetzt) bekannt, den wir uns dann auch gleich nach der Fahrradtour gegönnt haben. Zurück im Hostel dann haben wir uns mit Leuten aus aller herren Länder unterhalten. Es war z.B. ein junges Paar aus Mexiko da, zwei Pakistanerinnen aus London, drei junge Schweden und und und…… Mit ein paar Amerikanern aus Kalifornien haben wir uns besonders gut verstanden und haben mit denen dann auch noch in ihrem Zimmer kräftig Party gemacht. Der Abend endete wie so oft in nicht mehr ganz klarer Verfassung morgens um 5 Uhr (laut unbestätigten Aussagen) im Bett. Um 9 Uhr hieß es dann wieder aufstehen, Säuferfrühstück kaufen (Sushi, Spaghetti mit Tomatensoße, Toast und Chickenwings) und erstmal ab in ein Spa um sich wieder richtig sauber zu machen und zum Schluss noch in die Sauna um sich mal wieder von dem ganzen Alkohol zu reinigen. Da jeder von uns noch ziemlich lädiert von der Nacht davor war, wollte eigentlich keiner so richtig das Spa verlassen, da es wirklich Entspannung pur war.
Gegen 1 Uhr haben wir es dann endlich geschafft wieder aufzubrechen und sind mit einer Seilbahn auf einen Berg hoch, von dem man angeblich den Besten Blick auf den Fuji haben soll. Leider war der Gipfel etwas Wolkenverhangen, dennoch war es ein einzigartiger Anblick.
Um noch etwas für die Fitness zu tun haben wir uns dann noch auf eine Wanderung begeben, die auf einem Bergrücken entlang ging. Es wurde dann aber auch schon nach relativ kurzer Zeit verdammt schnell dunkel und wir hatten blöderweise aber noch einen etwas längeren Weg vor uns. So sind wir dann wirklich durch die tiefschwarze Nacht gewandert und alle paar Meter gestolpert. Jeder von uns hat blaue Flecken bzw. Kratzer von der Wanderung mit Heim genommen, da wir plötzlich keinen Weg mehr gesehen haben und dann echt querfeldein laufen mussten, was auch nicht gerade ungefährlich war, aber riesen Spaß mit sich gebracht hat. Den Abend haben wir dann noch in einem Lokal verbracht, in dem es zu Allem extrem viel Tabasco gab. Selbst meine Pommes sind geschwommen. So haben wir uns dann mit brennender Gosch auf den Heimweg gemacht und unser Wochenende endete Todmüde um 24 Uhr im Bett.
So, das war es mal wieder!
Viele liebe Grüße Benny

Donnerstag, 15. November 2007

Weihnachten steht vor der Tür




Ich dachte ich muss euch jetzt mal mein absolutes Lieblingshaus zeigen, an dem ich jeden Tag vorbei komme wenn ich morgens ins Geschäft und abends wenn ich wieder heim gehe.

Man sieht leider auf den Bildern nicht, das in Wirklichkeit alles blinkt, richtig hell ist und Geräusche von gibt. Da fällt es einem echt schwer nicht jetzt schon in Weihnachtsstimmung zu verfallen.

Die Stromkosten möchte ich nicht zahlen müssen, vobei Strom in Japan, laut den Japanern auch kaum etwas kostet. Generell ist Japan ein sehr energiehungriges Land. Alles blinkt und leuchtet hier ja auch. Jeder Stückchen Obst ist einzeln eingepackt, jede Scheibe Toast hat seine eigene Verpackung, Glasflaschen gibt es hier eh keine und generell ist hier alles aus Plastik, selbst die Bleistifte im Geschäft, die man nach einmal schreiben wegwirft. Also Umweltschutz hat in Japan noch absolut keinen Einzug gehalten. Unser Ophuro wird Tag und Nacht auf über 30 Grad gehalten und dauern sind die Fenster auf. Die Klimaanlagen laufen auch ohne Unterbrechung, auch wenn sie weder kühlen noch heizen. Zu jedem Einkauf bekommt man Plastiktüten ohne Ende und wenn es regnet packt man, bevor man ein Geschäft betritt seine Schuhe und seinen Regenschirm in eine Art Kondom aus Plastik und schmeisst es danach einfach weg und das macht man wenn es nass ist bei jeder Art von geschlossenem Raum bevor man ihn betritt. Absoluter Wahnsinn!!! Und dann beschweren sich die Japaner gerade sogar noch über einen Benzinpreis von 80 Cent den Liter!


Viele Grüße

Sonntag, 11. November 2007

Das Wochenende ist mal wieder viel zu schnell zu Ende gegangen und natürlich ist auch dieses Mal wieder einiges passiert. Sightseeing war diesmal nicht möglich, da es wieder einmal mehr die ganze Zeit geregnet hat. Doppelt blöd, da ich eigentlich raus sollte und mich etwas zu bewegen, da ich hier auch nur noch am Futtern bin und mich so langsam wie ein Hefeklops fühle, der immer weiter aufgeht.

Freitag wurde das Wochenende ganz gemütlich mit einem "Helge Schneider" DVD Abend eingeleutet. Also mein Fall sind die Filme nicht gerade aber dank dem Wein fande auch ich ihn kurze Zeit später ziemlich komisch. Samstag vormittag haben wir uns dann Alle vom Abend zuvor erholen müssen, da die Filme, je später der Abend wurde, vom Nivau her immer flacher wurden und dadurch sahen wir uns leider gezwungen mit Wein den Ausgleich zu schaffen. Samstag Nachmittag sind wir dann nach Shibuya gefahren um noch ein wenig durch die Gegend zu ziehen, ohne ein bestimmtes Ziel, bevor dann am Abend Flo's Abschiedsparty gestartet ist. Für ihn geht es nächste Woche wieder in die Heimat (Hamburger Jung). Hier ist es Brauch, das derjenige der geht einen Abend organisieren muss mit: zuerst Essen gehen, dann Karaoke und danach noch in die Disco (Essen,Singen,Feiern).

Da sich Flo für Okonumiyaki entschieden hatte ging es dann also erstmal richtig schön in ein typisch japanisches Restaurant bei dem man auf dem Boden sitzt natürlich auch keine Schuhe anhaben darf. Okonumiyaki ist ein Art Pfannkuchen, den man sich selbst an seinem Tisch mit einer Platte in der Mitte zubereitet. Man bekommt Schüsseln in denen mehrere verschiede Sachen drin sind. Je nachdem für was für eine Schüssel man sich entscheidet, variiert der Inhalt. Die Grundzutaten sind Wasser, Kohl, Mehl, Ei und Dashi, die anderen Zutaten werden bestellt. Dafür eignen sich alle Fleisch- und Fischsorten, Gemüse, Käse und vieles mehr. Man mischt die Zutaten in einer Schüssel und legt sie dann auf den heißen, gefetteten Paltte. Dann verteilt man es in etwa in Form eines Eierkuchens und brät gut durch. Anschließend wird der Teigfladen zerteilt und jeder bekommt ein Stück. Gewürzt wird mit einer speziellen Okonomiyaki-Sauce und Katsuobushi (getrockneter und zerriebener Thunfisch). Dazu gibt es dann natürlich Bier. Schmeckt echt super!
Wie bereits oben erwähnt, ging es dann ins Karaoke wo wir bei all you can drink natürlich wieder unseren Spaß hatten wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann. Viele sind dann nach dem Karaoke weiter in einen Club gezogen aber ich habe mich diesmal der Gruppe angeschlossen, die den letzten Zug um halb eins Richtung Dorm genommen hat. Der Sonntag war dann primär wieder zum regenerieren da.
Die Bilder habe ich online gestellt